Der Amateurfunk ist ein nichtkommerzieller Funkdienst, welcher von Privatpersonen ausgeübt wird. Allerdings ist im Gegensatz zum CB-Funk (Citizen Band Radio) oder PMR-Funk (Personal Mobile Radio) eine Genehmigung in Verbindung mit einer Prüfung und Zuteilung eines persönlichen Rufzeichens nötig. Ähnlich der Fahrerlaubnis (Führerschein) zum Führen eines Autos, Motorrad oder LKW, bei dem für die verschiedenen Klassen ein Prüfung im theoretischen und praktischen Bereich absolviert werden muss.
Amateurfunk bietet umfangreiche Betätigungsmöglichkeiten für die eigene Aus- und Weiterbildung, weltweit technische Studien auszuüben oder einfach nur in unterschiedlichen Betriebsarten weltweit mit Gleichgesinnten zu kommunizieren.

Weltweit kommen mehr als eine Million Funkamateure aus allen gesellschaftlichen Schichten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herrschte eine Art Pioniercharakter, der mit der Zeit etwas abflachte. In den vergangenen Jahren sind aber vermehrt digitale Betriebsarten hinzugekommen, die bei vielen Funkamateuren den Pioniergeist wiedererwachen ließen.

Der Amateurfunk ist eine sehr interessante Beschäftigung in der Freizeit, die zu Experimenten und Kommunikation einlädt. Untereinander mit Gleichgesinnten sprechen, Daten austauschen oder einfach nur von erfahrenden Funkamateuren lernen. Aus allen Bereichen des Lebens kommen technisch und nichttechnisch versierte Personen. Amateurfunk ist ein faszinierendes Hobby, welche viele Eigenschaften kombinieren. Es geht um die Kommunikation in Sprache, der Telegrafie, in Morsecode oder auch mit vielen digitalen Übertragungsarten.

Amateurfunkbänder Kurzwelle

Im Kurzwellenspektrum stehen im Amateurfunk neun unterschiedliche Bänder zur Verfügung. Mit kleine Abweichungen sind die freigegebenen Kurzwellenbänder je nach Region weltweit nutzbar. Für verschiedene Betriebarten bestehen Einschränkungen in der Bandbreite - dazu aber in einen anderen Beitrag (tbd).

Band Beginn
Frequenz-Segment in kHz 
Ende
Frequenz-Segment in kHz 
6 50.000
51.000
51.000
52.000 (befristet bis 31.12.2020) 
10 28.000 29.700
12 24.890 24.990
15 21.000 21.450
17 18.068 18.168 
20 14.000 14.350
30 10.100 10.150
40 7.000 7.200
80 3.500 3.800
160 1.810 2.000

 

6 Meter Band
Das 6 Meter Band wurde erst spät den Funkamateuern zur Verfügung gestellt. Die Ausbreitungscharaktistik sind eher für kurze Verbindungen. Bei Maximum von Sonnenflecken sind Reflexionen an der E- und F-Schicht möglich und erlauben dann auch weiter Kontakte.

10 Meter Band
Ein sehr großes Band mit vielen Betriebsarten. Während niedriger Sonnenaktivität sind Distanzen bis 1500km möglich. Während großer Sonnenaktivität sind weltweite Verbindungen möglich. Das 10 Meter Band ist ein typisches Band bei Tageslicht. Das Band erlaubt auch Stationen mit einfachen Antennen und niedriger Leistung weite Verbindungen herzustellen.

12 Meter Band
Im 12 Meter Band hat man eine starke Abhängigkeit von Sonnenflecken. Bei starker Aktivität sind auch tagsüber DX Verbindungen möglich. In der Nacht ist das Band meist geschlossen. Es wird deutlich weniger benutzt als die anderen Kurzwellenbänder.

15 Meter Band
Die Bedingungen im 15 Meter Band sind mehr von Sonnenaktivität abhängig als in den längeren Bändern. Währen hoher Sonnenkativität kann das Band sowohl tagsüber als auch in der Nacht genutzt werden.

17 Meter Band
Das 17 Meter Band ist relativ schmal. Es bietet gute Bedingungen für Funkamateure mit durchschnittlichen Stationen. In der Zeit hoher Sonnenaktivität sind auch am Tag weite Verbindungen möglich. Das Band gilt als eher störungsarm.

20 Meter Band
Das 20 Meter Band ist das klassische Weitverkehrsband, bei starker Sonnenaktivität rund um die Uhr benutzbar. Bei Minimum ist es im Grunde nur Tagsüber benutzbar oder fällt gänzlich aus. Das Band ist manchmal sehr überlastet. Manche Stationen verwenden sehr hohe Leistungen das mach es durchschnittlichen Stationen noch schwerer durchzukommen.

30 Meter Band
Das 30 Meter Band ist sehr schmal. Es sollte nur für CW und Daten Verkehr benutzt werden. Es erlaubt weltweite Verbindungen. Tagsüber etwas schlechter, aber weit besser in der Nacht.

40 Meter Band
Das 40 Meter Band bietet einen Mix aus kurzen und weitern Verbindungen. Das Band wird teilweise geteilt mit kommerziellen Radiostationen. Während des Tages sind nur einige 100km möglich. In der Nacht aber auch weite Verbindungen.

80 Meter Band
Das 80 Meter Band kann durchaus verrauscht sein, weil dort auch noch andere Dienste vorhanden sind. Die Ausbreitungsbedingungen entlang der Tag-/Nachtgrenze können extrem weite Verbindungen ermöglichen. In der Feldstärke ähnlich zu nahen Stationen.

160 Meter Band
Das 160 Meter Band ist das niederfrequenteste für den Amateurfunk. Nach Sonnenuntergang sind gute Ausbreitungsbedingungen an der F-Schicht möglich.

Internationale Buchstabiertabelle

Das Buchstabieren wurde von der ITU festgelegt. Es gibt diverse nationale Unsitten die Großteiles leicht verständlich sind. Dennoch ist es gutes Benehmen sich an diese Tabelle zu halten.

 

Ziffer/
Buchstabe
Wort Aussprache (IPA) Simulation
0 Zero    
1 One    
2 Two    
3 Three [tɹiː]  
4 Four ['foʊɝ] oder ['fɑʊɝ]  
5 Five    
6 Six    
7 Seven    
8 Eight    
9 Nine ['naɪnɝ]  
A Alfa [ˈælfə] AL FAH
B Bravo [ˈbɹɑːvoʊ] BRAH VOH
C Charlie [ˈtʃɑːɹli] oder [ˈʃɑːɹli] CHAR LEE
D Delta [ˈdɛltə] DELL TAH
E Echo [ˈɛkoʊ] ECK OH
F Foxtrot [ˈfɒkstɹɒt] oder [ˈfɑːkstɹɑːt] FOKS TROT
G Golf [gɒlf] oder [gɑːlf] oder [gɔːlf] GOLF
H Hotel [hoʊˈtɛl] HOH TELL
I India [ˈɪndiə] IN DEE AH
J Juliett [ˈdʒuːliɛt] JEW LEE ETT
K Kilo [ˈkiːloʊ] KEY LOH
L Lima [ˈliːmə] LEE MAH
M Mike [maɪk] MIKE
N November [noʊˈvɛmbəɹ] NO VEM BER
O Oscar [ˈɒskə] oder [ˈɑːskəɹ] OSS CUR
P Papa [pəˈpɑː] PAH PAH
Q Quebec [keɪˈbɛk] oder [kwɪˈbɛk] KEH BECK
R Romeo [ˈɹoʊmioʊ] ROW ME OH
S Sierra [siˈɛɹə] SEE AIR RAH
T Tango [ˈtæŋgoʊ] TANG GO
U Uniform [ˈjuːnɪfɔːɹm] oder [ˈuːnifɔrm] YOU NEE FORM or OO NEE FORM
V Victor [ˈvɪktəɹ] VIK TAH
W Whiskey [ˈwɪski] WISS KEY
X X-ray [ˈɛksɹeɪ] ECKS RAY
Y Yankee [ˈjæŋki] YANG KEY
Z Zulu [ˈzuːluː] ZOO LOO

 

Q-Schlüssel um Funkverkehr

Der Q-Schlüssel erleichtert die Kommunikation über Funk. Als Standart-Nachricht werden Gespräche oder in der Telegraphie (Morsen) verkürzt. Grundsätzlich ist der Q-Schlüssen dreistellig und beginnt mit einen "Q" gefolgt von zwei weiteren Buchstaben. Es ist keine Geheimsprache, sondern dient den Betrieb zu beschleunigen.

Die Liste ist im wesentlichen kurz gehalten und beinhaltet die am häufigsten verwendeten Q-Schlüssel im Amaterfunk

 

Q-Gruppe
Q-Schlüssel
Lernhilfe
bzw. Merkhilfe
 Bedeutung
QAZ   Gewitter, ich schalte ab
QRB QR beträgt Die Entfernung beträgt 
QRG QR geht Ihre Frequenz ist 
QRH QR hält nicht Ihre Frequenz schwangt 
QRL   Ich bin beschäftigt
QRM QRMüll  Ich werde gestört
1. nicht gestört
2. schwach
3. mäßig
4. stark
5. sehr stark
QRN QRNoise Ich habe atmosphärische Störungen
1. nicht gestört
2. schwach
3. mäßig
4. stark
5. sehr stark
QRO QROben  Erhöhen Sie die Sendeleistung
QRP QRPipi Verringern sie die Sendeleistung
QRT QRTerminate  Stellen Sie die Übermittlung ein
QRV  QRReady Ich bin bereit 
QRX   Ich werde Sie wieder rufen 
QRZ QRRufzeichen  Sie werden gerufen / Wer ruft mich?
QSA QSAngabe  Ihre Signalstärke ist
1. niedrig
2. schwach
3. mäßig
4. stark
5. sehr stark
QSB QSeeBär  Die Stärke Ihrer Zeichen schwankt
QSL QSL Karte  Ich gebe Ihnen Empfangsbestätigung
QSO QSO machen  Ich kann direkt Funkverkehr aufnehmen mit
QSY QSYagi  Wechseln Sie auf Frequenz
QTH QTHome  Mein Standort ist
QTR UhR Es ist genau ... UTC

 

Wie ging es eigentlich los...

Sprache, Musik, Daten und weitere Informationen erreichen uns ständig. Aber wie und warum? Um darauf eine Antwort zu finden, waren Audio und Bilder und Daten schon sehr früh von Interesse.

Die Entscheidung vom CB Funk den "Aufstieg" zum Amateurfunk fiel im Herbst 1989. Insgesamt sechs Monate Vorbereitungen auf die Prüfung im Frühjahr 1990 sollten ausreichen. afu datum LunitzBereits im März stieg die Anspannung und der Tag der Prüfung im April 1990 bei der damaligen Oberpostdirketion in Hannover. Die vielen Stunden des Lernens waren erfolgreich und beim Verlassen des Gebäudes hielt ich mein Zeugnis mit der Erlaubnis zur Teilnahme im Amateurfunk in der Hand.